FREQUENTLY ASKED QUESTIONS

Fakten & Gerüchte

Rund um den (Auslands-)Tierschutz gibt es viele Vorurteile und Halbwahrheiten. Wir möchten euch zeigen, welche Erfahrungen wir bei Caramelli Rescue tatsächlich machen – ehrlich, transparent und ohne Schönmalerei.

GERÜCHT

Hunde aus dem Tierschutz sind alle verhaltensgestört.

Im Tierschutz gibt es Hunde jeder Größe, jeden Charakters und jeden Alters. Viele von ihnen sind gut sozialisiert und haben keine traumatischen Erfahrungen gemacht. Einige Hunde kommen bereits als Welpen auf liebevolle Pflegestellen – teilweise gemeinsam mit ihren Müttern. Dort werden sie von klein auf gut umsorgt und können in einem geschützten Umfeld aufwachsen. Sie entwickeln in der Regel ein gutes Sozialverhalten und haben keine schlimmen Dinge erlebt. Natürlich gibt es auch traumatisierte, ängstliche oder besonders sensible Hunde im Tierschutz. Deshalb ist es wichtig, sich vor einer Vermittlung gut beraten zu lassen und möglichst viele Informationen über die Vorgeschichte und die aktuellen Lebensbedingungen des Hundes zu bekommen.

Wie sich ein Hund verhält, hängt von vielen Faktoren ab: von seiner Rasse und seinen natürlichen Instinkten, seinen bisherigen Erfahrungen, seinem individuellen Charakter – aber auch ganz wesentlich vom Verhalten und dem Umgang der Menschen. Unser Verhalten und unser Management haben einen großen Einfluss darauf, wie ein Hund auf seine Umwelt reagiert. Deshalb sollte man nicht einfach vom Etikett „Tierschutzhund“ auf den Charakter oder das Verhalten eines Hundes schließen. Jeder Hund ist einzigartig und verdient es, als Individuum gesehen und verstanden zu werden.

GERÜCHT

Im Tierschutz gibt es keine Rassehunde und keine Welpen.

Im Tierschutz finden sich Hunde unterschiedlichster Rassen, Mischlinge, Größen und Altersklassen. Auch Rassehunde können aus unterschiedlichen Gründen im Tierschutz landen – zum Beispiel, weil ihre Halter sie nicht mehr behalten können oder weil sie aus schlechter Haltung gerettet wurden. Und natürlich gibt es auch Welpen im Tierschutz. Viele unserer Hunde kommen bereits in sehr jungem Alter zu uns. Teilweise werden ganze Würfe gemeinsam mit ihren Müttern aufgenommen und auf liebevollen Pflegestellen versorgt. Gerade bei Welpen ist es wichtig, ihnen von Anfang an ein sicheres Umfeld und eine gute Sozialisierung zu ermöglichen. Sie lernen dort den Umgang mit Menschen, anderen Hunden und ihrer Umwelt kennen und können sich entsprechend ihrer Persönlichkeit entwickeln.
Tierschutz bedeutet also nicht automatisch „alter Mischling mit schwieriger Vergangenheit“. Wer einen Hund aus dem Tierschutz sucht, findet dort Hunde in ganz unterschiedlichen Lebensphasen und mit ganz unterschiedlichen Geschichten.

GERÜCHT

Ein Welpe ist leichter zu erziehen, als ein ausgewachsener Hund.

Ein Welpe muss zunächst sehr viel lernen. Dazu kommen die verschiedenen Entwicklungsphasen, in denen sich Verhalten und Bedürfnisse immer wieder verändern können. Ein Welpe bedeutet deshalb gerade in den ersten Monaten viel Zeit, Geduld und konsequente Begleitung. Auch erwachsene Hunde können sich sehr gut in ein neues Zuhause einfügen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass gerade Hunde im Alter von 2-3 Jahren und älter wundervolle Familienhunde sein können. Ihr Charakter ist häufig bereits besser erkennbar und viele Dinge haben sie schon gelernt.
Natürlich hat jeder Hund seine eigene Geschichte und auch ein erwachsener Hund kann Dinge mitbringen, an denen gemeinsam gearbeitet werden muss.

Ob Welpe oder erwachsener Hund: Entscheidend ist nicht das Alter allein, sondern welcher Hund mit seinem Charakter, seinen Bedürfnissen und seinem Temperament zu den Menschen und ihrem Alltag passt.

GERÜCHT

Hunde aus dem Tierschutz sind alle krank.

Natürlich gibt es im Tierschutz Hunde mit gesundheitlichen Problemen. Manche wurden vernachlässigt oder hatten keine ausreichende medizinische Versorgung. Aber längst nicht jeder Hund aus dem Tierschutz ist krank. Viele unserer Hunde sind gesund und alle Hunde werden vor ihrer Vermittlung tierärztlich untersucht, geimpft und entsprechend ihrem Alter und ihrer Vorgeschichte medizinisch versorgt. Wo gesundheitliche Besonderheiten bekannt sind, sprechen wir diese offen an. Es ist uns sehr wichtig, ehrlich über den Gesundheitszustand zu informieren.

Auch bei einem Hund vom Züchter kann niemand garantieren, dass er sein Leben lang gesund bleibt. Erkrankungen können sich bei jedem Hund entwickeln oder sich erst im Laufe des Lebens zeigen. Deshalb sollte man unabhängig von der Herkunft eines Hundes immer auch finanziell auf mögliche Tierarztkosten vorbereitet sein. Jedes Tier ist individuell und auch gesundheitliche Entwicklungen lassen sich nie vollständig vorhersehen.

GERÜCHT

Tierschützer*innen bzw. Shelter verdienen an Straßenhunden.

Was in anderen Ländern oder bei anderen Organisationen zutreffen mag, trifft auf Montenegro und unseren Verein nicht zu. Es gibt beispielsweise Gerüchte über Shelter in Rumänien, die für eingefangene Hunde Geld von Behörden erhalten sollen und bei denen Tierschutzvereine die Hunde anschließend „freikaufen“ müssen. Ob und in welcher Form solche Modelle tatsächlich existieren, können und möchten wir nicht beurteilen. Für unsere Arbeit in Montenegro gilt jedoch: Wir kaufen keine Hunde frei und bereichern uns nicht an ihrer Vermittlung. Wir retten unsere Schützlinge teilweise selbst von der Straße und bringen sie anschließend in privaten Pensionen unter. Die Pensionskosten umfassen Unterbringung, Futter und allgemeine Versorgung. Hinzu kommen notwendige Tierarztkosten für die Grundversorgung sowie im Krankheitsfall. Unsere Schutzgebühr deckt die tatsächlichen Rettungskosten eines Hundes bzw. einer Katze nie vollständig ab. Deshalb sind wir zusätzlich auf Spenden angewiesen, um auch weiterhin Tiere retten und versorgen zu können.

Die Rettung eines Tieres (Hund oder Katze) im Sinne einer Vermittlung nach Deutschland verursacht unter anderem folgende Kosten:

KostenpunktBetrag (ca.)
Grundversorgung (Mikrochip, Impfungen, Parasitenprophylaxe)50-160 €
Mittelmeercheck20-50 €
Kastration80-150 €
Versorgung/Unterbringung (pro Monat)50-100 €
Ausreise (Transportkosten)350-450 €
zusätzliche tierärztliche Versorgung bei Krankheit (z.B. Blutbilder, Röntgen, Operationen, Medikamente)je Fall individuell
Gesamtkosten*420-910 €
Schutzgebühr540 €

*Die tatsächlichen Kosten können je nach Unterbringung, Gesundheitszustand, Tierarzt, Anzahl der Tiere und Saison variieren. In der Regel übersteigen die für den Verein anfallenden Kosten vor Ausreise die genannte Schutzgebühr.

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